«Hallo Papa dort droben, geheiligt sei dein hinfälliges Himmelreich; Du gabst mir Manna und Munition und halfst mir durch die Minenfelder; täglich warfst Du mir Rätsel zu; drück Dich aus, drück Dich aus, sagtest Du, Dein eigenes Männerbild hinter dickem Brillenglas bergend; als ich noch klein war hattest Du scharfsichtiger Schieler Augen im Rücken; ungezählt die Male zu denen Du mich mein Gesicht wahren ließest; Du zeigtest mit dem Dichterfinger auf das Dschungelfieber; die Trauer in Deinen alten Augen; schweigend, geisterhaft folge ich in Deinen Fusstapfen; ich schaue zu dem uralten Stammbaum auf, über dessen Wurzeln ich sicher stehe; das Lächeln auf Deinem Gesicht ist nur Deins; siehst Du mich noch in Deinem ununterbrochenen Redefluss; Wanderer über den Wolken, Hirschfänger für Damen, die mit offenen Mündern, ihre Kiefer hängend bis zur Hüfte, zu Deinen Füßen sitzen; und dann Dein feingesponnenes Haar; Dein vorsichtiges Tasten und die Furcht zum Ende hin, als Du nicht mehr aus dem Haus gehen wolltest; Dein zärtliches Umarmen und immer der Duft frischer Blumen um Dein Löwenhaupt; wenn ich krank bin, spüre ich Deine Hand auf meiner Stirn wie ein blaugeädertes kühles Palmenblatt, das Ruhe verströmt; wortlos jage ich in Deinem Geiste mit der heiligen Harpune, die ich so lange Jahre geschärft unter Deiner Anleitung; ich beuge meinen Kopf; ich schreibe.»

[#84. Übersetzung von “A Young Writer’s Prayer For His Daddy”, in: Sadcore Dadwave; Bild: B. Speh by Taffimai]
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