März 2013
2 Einträge
9 Tags
Sprache im Winterschlaf
Es ist durchaus typisch für mich, während der Komposition meiner Texte zwischen Deutsch und Englisch hin und her zu wechseln. Genauer gesagt ist dies nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch der Empfindung: Ich bin seit mehr als zehn Jahren hin und her gerissen, welche Sprache sich besser als Werkzeug eignet. Ich habe noch keine abschüssiges Urteil gefällt. Beide Sprachen sind mir gleich...
März 17
Die Stunde des Jägers
Im Lichtschein brüllen die Affen. Kleine funkelnde Lampen dienen als Unterhaltung für Tannenbäume. Die Bücher beschweren sich dass wir Dinge wählen statt Menschen:  spiralförmige Bambuspflanzen ölgetriebene mechanische Spielzeuge das große schwarze Loch des  hohlwangigen Breitbildschirms. Der Hintern des ruderlosen Dichters platt gedrückt auf dem blauen IKEA Kissen. Er sucht verlorene...
März 8
Februar 2013
1 Eintrag
Febr. 21
3 Anmerkungen
Januar 2013
1 Eintrag
Winter '43
Ich beschreibe einfach mal, was alles so um mich herum steht, und mich dadurch beschäftigt, dass es Teil meines Raumes ist, die physische Erweiterung meines Gedankenraumes, auch ein Ort des Rückzugs: eine Schatzkarte auf Blütenpapier; die Zeichnung einer langen, dünnen Frau; eine blasse Statue der Uta von Naumburg; ein winziges rotes Feuerschiff in der Flasche; ein handgemachtes Büchlein, darin...
Jan. 20
1 Anmerkung
Dezember 2012
2 Einträge
Dez. 31
1 Anmerkung
Eine Weihnachtsgeschichte
Der kleine Herr Häwelmann ist jetzt ein richtiger Mann, aber klein ist er doch immer noch. Das hat er mit anderen literarischen Figuren gemein. Nicht, dass er klein ist, sondern dass er erwachsen wurde. Ishmael zum Beispiel: der hat jetzt einen Bauch der ist so groß und rund, dass darin ein kleiner Walfisch Platz hätte. Oder nimm den alten Werther. Der hat sich damals natürlich nicht wirklich...
Dez. 18
1 Anmerkung
Oktober 2012
3 Einträge
Die Fantasie der Materie
Alle Kunst ist Wettbewerb: zunächst der Wettbewerb der Künstlerin mit dem inneren Bild ihrer Kunst. Sie hat sich das eine vorgestellt und doch das andere geschaffen. Das Letztere muss jetzt in das Erstere überführt werden. Das ist ein Wettkampf, den sie nicht gewinnen kann, denn er wird gegen den unendlich schnellen, unsichtbaren Gegner der Fantasie ausgetragen. Und dennoch handelt es sich um...
Okt. 31
Okt. 12
1 Anmerkung
M. — eine Romanze der Selbstsucht
An manchen Tagen, sagt M., drücke ihm das Alter förmlich die Kehle zu. Dabei lächelt er sein Lächeln aus, wie ich vermute zweiunddreißig künstlichen Zähnen. M. sieht jünger aus als er ist. L., seine Geliebte, sieht nicht jünger aus als sie ist, sie verhält sich nur so, wenn man M. glauben darf: beim Bumsen klettert sie an mir herum, als habe sie jahrzehntelang nichts anderes gemacht, sagt er,...
Okt. 5
September 2012
3 Einträge
Im Irrenhaus
«Ich stelle mir vor: das Bibbern der neu Eingelieferten, wenn sie zum ersten Mal die Geräusche des Irrenhauses wahrnehmen, Geräusche, die ihre ganze Welt bedeuten, so dass wenn sie als Freigänger ein Kind weinen hören oder das Bellen eines Hundes, das reine Läuten eines Glöckchens oder auch nur das Rascheln eines Rocks über einem Frauenbein, sie dort Wahn vermuten und den Tönen absonderliche...
Sept. 19
Frühlichkeit
In diesem Frühjahr schwöre ich allen Zuwendungen in Gestalt schlaffer Lobesworte ab. Lob, das ich bereits erhalten habe, werde ich in harte Währung wechseln. Ich werde mein eigener Pfeil und meine eigene Zielscheibe sein. Ich lass meine innere Prinzessin ackern. Es wird billige Frösche regnen wie vorher noch nie im Märchen. In einem Frühling vor vielen Jahren regnete es plötzlich warmes Wasser....
Sept. 10
die abfahrt
Schon beim ersten Hahnenschrei war ich wach, die Pferde waren angeschirrt. Ich lag mit offenen Augen starrte an die Decke und suchte nach Punkten an denen ich meine Vergangenheit festzurren konnte, wie ein Schiff, das unwillig den Hafen verlässt und noch Taue am Ufer hat. Ich fühlte mich wie ein halsloser Schwan farblos erschien mir die Zukunft alle Farben würden hier bleiben, dort: grauer Himmel...
Sept. 1
August 2012
2 Einträge
un roseau pensant
Überall wächst die Natur zur Zeit so stark über sich hinaus, dass es schwerer und schwerer wird, sie noch in ein Gleichnis zu packen. Sie schlängelt sich aus der Poesie hinaus in eine Welt jenseits der Worte. Dort wird vielleicht nicht gesprochen oder geschrieben, aber kräftig geschwitzt. Wasser und Wein fließen in Strömen. Nymphen legen sich den Männern um die muskulösen Arme und Beine; Faune,...
Aug. 21
Leben im Plattenbau
Ein gewisser Herr G, der in Berlin in einem Plattenbau auf der Leipziger Straße lebt, sammelt Kürzestgeschichten, ohne dabei methodisch vorzugehen. Er ist mehr oder weniger zufrieden, dieser Herr G, seine Stimmungen schwanken mit dem Wetter, was nicht übel ist, denn das Wetter ist meistens grimmiger Laune. Das Gleichbleiben des Wetters soweit menschenmöglich, ist einer der Knackpunkte des...
Aug. 8
Juni 2012
2 Einträge
2 Tags
Ein junger Poet betet für seinen Papa
«Hallo Papa dort droben, geheiligt sei dein hinfälliges Himmelreich; Du gabst mir Manna und Munition und halfst mir durch die Minenfelder; täglich warfst Du mir Rätsel zu; drück Dich aus, drück Dich aus, sagtest Du, Dein eigenes Männerbild hinter dickem Brillenglas bergend; als ich noch klein war hattest Du scharfsichtiger Schieler Augen im Rücken; ungezählt die Male zu denen Du mich mein Gesicht...
Juni 17
Schmerzwasser
Ich liebe Dich sowieso nicht mehr, Du kannst gehen. Du kotzt mich an. Der Sex war immer scheisse. Ich hasse alle Männer. Ich hasse alle Frauen. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie Du ausschaust. Wahrheitssplitter: Ich liebe Dich so sehr, dass es mir den Atem nimmt wenn ich dran denke, was ich für ein Glück hatte, Dich zu kriegen. Ich bete den Raum an, den Du gerade fülltest: selbst seine...
Juni 6
1 Anmerkung
Mai 2012
1 Eintrag
Rotschopf
Die Schwalben flogen überkopf. Hoch in der Luft schnappten sie ihr Futter aus dem Wind. Hier unten in meinem Sessel fühlte ich mich wie ein Dichter. Ich säuselte sanfte Töne zu Ehren der Schwalben über meinem vollgepropften Schädel. Mir war, als sei er ein Gefängnis, in dem ich in einer Zelle mit einer Mischpoke gesichtsloser Gangster eingeschlossen war, die alle meine eigenen Kinder waren ohne es...
Mai 15
März 2012
2 Einträge
Die Mutter des Autors
Die Mutter hatte immer in der ganzen Wohnung Zettelchen für ihn hinterlassen, außer an dem Tag, an dem sie sich tötete. Er konnte keinen Zettel finden, auf dem stand, dass sie ihn liebte, dass er aufräumen solle, dass er erinnern müsse zu atmen, zu essen, oder weniger zu rauchen. Das kann er ihr nicht verzeihen. Der Mann wird ein Autor mit einem Geheimnis: in jedem Herbst zur Zeit ihres Todes...
März 25
Die Lösung
Auf der Tafel vermerkte Professor K. alles das, was ihm wichtig schien. So konnte es passieren, dass K. mitten im Vortrag an die Tafel stürzte und dort ein Abbild seines inneren Zustands aufzumalen begann. Das endete, da er überhaupt nicht zeichnen konnt, immer mit Frustration seinerseits, die aber niemand sah, weil die Studenten, sobald er einen seinen Anfälle bekam, leise hinausgingen und ihn...
März 2
Februar 2012
2 Einträge
Der Gescheiterte
Der Gescheiterte sieht sich nicht als Gescheiterter, sondern als Beharrender. Selbst sein Haar ist widerspenstig. Dort, wo das Haar dünn zu werden droht, neigen sich die umstehenden Haare hierhin und dorthin, so dass er sich kein Blöße geben muss. Auf Parties, die er gerne besucht auch wenn er niemanden dort kennt, sprechen die Leute über ihn ohne die Stimme zu senken. Da geht er, der...
Febr. 4
3 Anmerkungen
4 Tags
Febr. 2
Januar 2012
1 Eintrag
6 Tags
Tara Selbdritt
Taras Zuneigung für Tim war beeinträchtigt von Tims Liebe zu Tom. Beide Jungen waren hübsch und hatten sandfarbenes Haar. In den Fotos der dreien war sie immerzu zwischen sie eingeschoben wie eine Scheibe Schinken zwischen zwei weichen Weißbrothälften. Sie sah Tim und Tom als schlaff-schöne, geschmeidige Gesellschafter—ob es wirklich Liebe war, wusste sie nicht. Sie hätte lieber zwei würzige...
Jan. 7
2 Anmerkungen
Dezember 2011
3 Einträge
1 Tag
Dez. 25
5 Tags
Dez. 15
19 Anmerkungen
Dez. 11
November 2011
1 Eintrag
Nov. 28
1 Anmerkung
August 2011
1 Eintrag
4 Tags
Aug. 28
1 Anmerkung
Juni 2011
4 Einträge
Juni 19
7 Tags
Juni 14
2.522 Anmerkungen
Juni 7
2 Anmerkungen
10 Tags
Juni 2
21 Anmerkungen
Mai 2011
5 Einträge
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Mai 28
7 Tags
Mai 20
1 Anmerkung
Mai 14
10 Tags
Mai 8
43 Anmerkungen
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Mai 2
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April 2011
3 Einträge
14 Tags
Apr. 21
13 Anmerkungen
6 Tags
Apr. 9
16 Anmerkungen
7 Tags
Apr. 2
15 Anmerkungen
März 2011
3 Einträge
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März 26
19 Anmerkungen
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März 8
5 Anmerkungen
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März 1
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Februar 2011
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Febr. 22
11 Anmerkungen
6 Tags
Febr. 13
17 Anmerkungen
6 Tags
Febr. 7
17 Anmerkungen
Febr. 1
Januar 2011
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Jan. 24
Jan. 17
1 Anmerkung
Jan. 13
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Jan. 7
1 Anmerkung